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SAC -Schweizer Alpen Club bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung
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Achterknoten nie zurückstecken!

Datum der Veröffentlichung: 15.03.2013 - Berg-/Hochtour (Sommer)

Im Sommer 2011 ereignete sich ein tödlicher Unfall. Ein Bergführer hatte zum Abseilen zwei Seile mit dem zurückgesteckten Achterknoten zusammengeknotet. Der Knoten öffnete sich und der Abseilende überlebte den Sturz nicht.
Daraufhin wurden Tests durchgeführt, mit verheerenden Resultaten.

Bei neuen Seilen und der Seilverkürzung kann sich der Achterknoten lösen, darum wurde der zurückgesteckte Achterknoten entwickelt. Dieser Knoten wird unterdessen jedoch auch beim Anseilen ohne Seilverkürzung verwendet.
Werden zwei Seile mit dem zurückgesteckten Achterknoten zusammengeknotet, löst sich der Knoten schon bei sehr geringer Belastung von 20kg. In der Folge wurden dem SAC weitere Beinaheunfälle bekannt.

Probleme des zurückgesteckten Achterknotens

Die nachfolgend aufgezählten Probleme sind derart gravierend, dass sich der Knoten als untauglich herausgestellt hat:
- Werden zwei Seile für das Abseilen mit dem zurückgesteckten Achter zusammengeknotet, muss dies zum Absturz führen. Wie Festigkeitstests der Firma Mammut ergeben haben, liegt die Ringfestigkeit des Knotens bei nur 160 daN (entsprechen ca. 160 kg). Wird die Halbmastwurfsicherung oder die Selbstsicherung (z.B. Nabelschnur) in den Seilring eingehängt, reicht die Ringfestigkeit des Knotens bei Weitem nicht aus.
- Wird der Knoten falsch zurückgesteckt, öffnet sich der Achterknoten wieder.

Aus diesen Gründen rät der SAC dringend davon ab, den zurückgesteckten Achterknoten weiter anzuwenden. Gegen das Lösen des Achterknotens unter der Seilverkürzung empfehlen wir, diesen fest anzuziehen und evtl. mit einem Doppelten Spierenstich abzusichern.

Mehr Informationen unter: Die Alpen 9/11