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Sicherheit

SAC -Schweizer Alpen Club bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung
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Gemeinsames Gehen am Seil

Datum der Veröffentlichung: 09.07.2013 - Berg-/Hochtour (Sommer)

Eine Dreierseilschaft durchstieg gemeinsam am langen Seil eine Nordwand in den Berner Alpen. In der Querung unterhalb eines Seracs drängelte sich diese Seilschaft dann dicht an zwei langsameren, Eisschrauben setzenden, Gruppen vorbei und gefährdete und behinderte diese. Unterhalb der Gruppen wäre ein Überholen problemlos möglich gewesen. Durch Setzen von einigen wenigen Eisschrauben (mit Tiblocs) wäre das risikoarm auch am laufenden Seil schnell machbar gewesen.

Dieses Ereignis zeigt zwei Aspekte:

1. Sind mehrere Seilschaften in der gleichen Route unterwegs, können Überholmanöver die Sicherheit gefährden. Hier können wir nur an Fairness und Rücksichtnahme appellieren.
Tipp: Zumindest auf hochalpinen Touren ist es meistens schon am Vorabend in der Hütte ersichtlich, dass mehrere Seilschaften die gleiche Tour planen. Wenn man sich gegenseitig abspricht und etwas gestaffelt loszieht, lassen sich solche Probleme oft vermeiden.

2. Die Taktik und Technik mit langem, halblangem oder kurzem Seil ohne Standplatzsicherung im hochalpinen Gelände ist komplex. Es müssen situativ verschiedene Parameter (Gelände, Verhältnisse, Mensch) einbezogen werden, um die optimale Taktik anwenden zu können. Dies kann hier nicht ausführlich behandelt werden. Wir verweisen auf die umfangreiche Fachliteratur zu diesem Thema. Die «Schweizer Lehrmeinung» ist im Fachbuch «Bergsport Sommer» (SAC-Verlag) beschrieben. Zwei interessante Artikel finden sich in der Fachzeitschrift «bergundsteigen» (siehe Links).


Mehr Informationen unter: bergundsteigen 2-04

Mehr Informationen unter: bergundsteigen 3-08