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SAC -Schweizer Alpen Club bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung
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Sturz bei einer Spitzkehre

Datum der Veröffentlichung: 09.03.2014 - Skitour / Snowboardtour

Im Schlussaufstieg zum bekannten Übergang Mäderlicke im Simplongebiet kann man auch noch die Erhebung P. 2946 besteigen und erhält so einen guten Überblick auf die Verhältnisse für die möglichen Abfahrten durch das Wasmer- oder Bodmertälli. Diese ca. 50 Höhenmeter sind steil (ca. 45 Grad) und felsdurchsetzt; so lassen die vernünftigen Skitourenfahrer ihre Ski zurück und erreichen diesen Punkt in ein paar Minuten zu Fuss. Mit akrobatischen Spitzkehren versuchte ein Tourengeher auch diesen Schlussabschnitt mit den Ski an den Füssen zu bewältigen. Dies gelang nicht, er stürzte zuerst rückwärts, dann kopfvoran den Steilhang hinunter und riss dabei noch einen Ski eines anderen Berggängers im Skidepot mit. Das Ganze blieb mit sehr viel Glück ohne schwerwiegende Folgen: Der Verursacher blieb nahezu unverletzt und der mitgerissene Ski blieb etwas weiter unten hängen.

Die Statistik zeigt, dass Stürze beim Skitourengehen die weitaus häufigste Unfallursache sind. Solche Unfälle geschehen nicht selten im Aufstieg bei Spitzkehren und können vor allem bei harter Schneeoberfläche zu einem Absturz mit schwerwiegenden Folgen führen. Bei heiklen Passagen ist Ski abschnallen und zu Fuss weitergehen deutlich sicherer. Zu beachten ist auch, dass bei den meisten Pin-Bindungen im Aufstiegsmodus der seitliche Auslösemechanismus verriegelt werden muss. Solche Bindungen lösen damit im Falle eines Sturzes nicht aus, was besonders in einer Spitzkehre zu ernsthaften Verletzungen führen kann.