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SAC -Schweizer Alpen Club bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung
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Versagen der Prusik-Sicherung

Datum der Veröffentlichung: 22.05.2014 - Klettertour

Während einem Kletterkurs wurde auch abgeseilt. Ein Teilnehmer geriet während dem Abseilvorgang in Schwierigkeiten. Das Manöver wurde zu schnell, der Betroffene touchierte den Fels, liess vor Schreck den Prusik los und prallte letztlich nur wenig gebremst auf den Boden. Offensichtlich hat hier der Sicherungsprusik versagt. Begleitumstände: Es wurden neu beschaffte 9.2 mm Einfachseile verwendet. Die Prusikschlingen mit Durchmesser 6 mm waren schon länger im Gebrauch. Abgeseilt wurde am Einfachstrang mit Achter.

Bei diesem Vorfall können zwei wichtige Aspekte erkannt werden:

a) Materialkombination: Ein Teil des Materials (Seile) wird ersetzt und zusammen mit bisher bewährten Komponenten (Prusik, Achter) verwendet. Bei diesem Zwischenfall rutschte die Prusiksicherung am Seil. Offensichtlich funktionieren diese Bestandteile zusammen nicht mehr in der erforderlichen Zuverlässigkeit.
Deshalb bei Neuanschaffungen prüfen, ob noch alles zueinander passt und funktioniert. Im konkreten Fall: Ruckartiges Ziehen am Prusik.
b) Abseiltaktik: Beim «normalen» Abseilen werden meistens beide Seilstränge gleichzeitig in das Abseilgerät gelegt. Hier ist die Bremswirkung bei praktisch allen Produkten nicht problematisch. Beim Abseilen am «Einzelstrang» hingegen wird die Bremswirkung vor allem mit dem Abseilachter deutlich schlechter. Dies besonders bei dünneren und neuen Seilen und eher schweren Personen im steilen Gelände. Tuber mit zwei Schlitzen und Bremsrillen liefern bei solchen Konstellationen bessere Resultate.

Näheres hierzu: Lehrbuch «Bergsport Sommer» 2013, SAC-Verlag