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SAC -Schweizer Alpen Club bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung
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Aktuell erhöhte Eisschlaggefahr auf der Normalroute des Weissmies (Walliser Alpen)

Datum der Veröffentlichung: 04.08.2014 - Berg-/Hochtour (Sommer)

Aktuell erreichen uns für die Normalroute des Weissmies von Norden (Hohsaas) her div. Meldungen, dass hier eine erhöhte Eisschlaggefahr besteht.
Dazu die Einschätzung eines ortskundigen Bergführers:
«Der Gletscher oberhalb der Aufstiegsspur ist zurzeit ziemlich aktiv. Momentan ist die Spur bedeckt von einer massiven Eis-Schneelawine und es rumpelt immer wieder und kann zu jeder Zeit wieder mehr runterkommen. Bei den Menschenmassen bleibt nur zu hoffen dass es nicht zu einem Unglück kommt. Die Spur an sich ist gut ausgetreten.»


Mit dem Gletscherrückgang verändern sich auch Gletscherbruch- und Serac-Zonen rasch. Weniger Eis bedeutet aber nicht immer, dass auch die Eisschlaggefahr kleiner wird. Die beiden Bilder vom Weissmies vom Sommer 2009 und 2014 zeigen dies deutlich. Im Sommer 2009 war die Nordwestflanke des Berges stärker gegliedert und allfällige Eisabbrüche waren örtlich begrenzter. 2014 sind die Eisbuckel im Mittelteil verschwunden, aber die Abbrüche im oberen und östlichen Teil sind deutlich grösser geworden und können nun grössere Ausmasse mit längeren Sturzbahnen annehmen.
Wir empfehlen, diese Zone aktuell nur auf der im dritten Bild eingezeichneten Route zügig zu passieren. Dieser Hinweis entbindet die Alpinisten nicht, selber vor Ort die aktuellen Verhältnisse (Spalten, Firnbeschaffenheit, Tageszeit und weitere Naturgefahren) jederzeit vollumfänglich selbstverantwortlich zu überprüfen. Eisschlag kann bei Neuschnee oder höheren Temperaturen auch Schnee mitreissen, wodurch die Gefahrenzone grossflächiger werden kann. Diese Zusatzgefahr ist bei einem tageszeitlich frühen Tourenstart nach guter nächtlicher Abstrahlung geringer.